ETH Zürich: Humanoider lernt klettern und Stürze abfangen
Schweiz26.10.2026

Forschende der ETH Zürich haben am 22. Oktober 2026 eine Arbeit veröffentlicht, in der ein humanoider Roboter mit einer einzigen Steuerung Leitern hochsteigt, über einzelne Trittsteine geht, über Hindernisse springt, sich hinsetzt, aufsteht und sich nach einem Sturz wieder aufrichtet. Die Arbeit stammt aus dem Robotic Systems Lab von Professor Marco Hutter, mit Beteiligung von Apple, dem ETH AI Center und NVIDIA. Sie ist noch nicht begutachtet.
Was bekannt ist
- Der Ansatz heisst Attention-based Contact Planning (ACP). Ein erstes Netz plant, wo Hände, Ellbogen, Knie, Füsse und Becken in den nächsten Augenblicken die Umgebung berühren sollen. Ein zweites Netz setzt das in Bewegungen der 23 Gelenke um.
- Gelernt hat das System laut Humanoids Daily aus 13,2 Minuten aufgezeichneter menschlicher Bewegung und aus Training in der Simulation. Im Einsatz braucht es keine Vorlage mehr, es arbeitet nur mit den eigenen Sensoren.
- In der Simulation schaffte es im Mittel 92,5 Prozent von acht Hindernisparcours, ein älteres Vergleichsverfahren 58,8 Prozent. Ein im echten Einsatz gemessener Wert ist das nicht.
- Als Gerät nennt Humanoids Daily den Unitree G1. Paper und Projektseite sprechen nur von einem Humanoiden mit 23 Gelenken, was der Grundausführung des G1 entspricht. Der Programmcode ist auf der Projektseite angekündigt, aber noch nicht veröffentlicht (Stand 26.10.2026).
Was das für die Schweiz heisst
Der G1 ist der Humanoide, den man in der Schweiz am einfachsten kaufen kann: Galaxus führt den Unitree G1 ab CHF 24'405, die programmierbaren EDU-Ausführungen ab CHF 43'058 (Stand 13.10.2026). Arbeiten wie diese zeigen, was in der Hardware steckt, wenn die Software stimmt. Ab Werk kann der G1 nichts davon. Wer solche Fähigkeiten nutzen will, braucht die EDU-Ausführung mit offenem Zugang zur Steuerung und eigenes Wissen. Wird der Code freigegeben, können Hochschulen und Entwicklerinnen ihn auf eigenen Geräten ausprobieren.
Für Käufer lohnt sich darum der Blick auf die Ausführung: Die Basisversion ist kein Forschungsgerät. Welcher Humanoide in welcher Preisklasse programmierbar ist, steht im Ratgeber Was kostet ein humanoider Roboter?, Hinweise für Firmen und Institute im Ratgeber Humanoide Roboter für Firmen in der Schweiz.
Forschungsgeräte wechseln nach Projektende oft den Besitzer. Hat dein Institut einen G1 oder einen anderen Humanoiden, der nicht mehr gebraucht wird, kannst du ihn kostenlos inserieren.
Quellen
- arXiv: Humanoid Mobility via Attention-based Contacts (He, Wen, Zhang, Schwarke, Zhang, Qu, Hu, Müller, Koltun, Hutter) (22.10.2026)
- Projektseite ACP, Robotic Systems Lab ETH Zürich (26.10.2026)
- Humanoids Daily: ETH Zürich Teaches a Humanoid to Climb, Vault and Recover by Planning Body Contacts (25.10.2026)
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