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Roboterhund kaufen in der Schweiz: der komplette Ratgeber

23.7.2026

Roboterhunde, technisch Quadrupeds, sind vom Forschungsgerät zur breiten Produktklasse geworden. Vom günstigen Unitree Go2 für unter CHF 3’000 bis zum professionellen Boston Dynamics Spot im sechsstelligen Bereich ist die Spanne riesig. Dieser Ratgeber führt dich neutral durch die Frage, welches Gerät zu deinem Zweck passt, was es in der Schweiz wirklich kostet und worauf du beim Kauf achtest. Alle Preisangaben sind belegte Richtwerte mit Datum; den Live-Preis prüfst du beim Händler.

Die drei Klassen von Roboterhunden

Es hilft, zuerst die Klasse zu bestimmen, dann das Modell:

  • Einsteiger und Ausbildung: Der Unitree Go2 ist das Referenzgerät. Die Varianten Air und Pro (Grössenordnung USD 1’600 bis 2’800) sind konsumnah und werden per App gesteuert. Für Hobby, STEM-Unterricht und erste Robotik-Experimente reicht das.
  • Entwicklung und Forschung: Wer selbst tief programmieren will, braucht die EDU-Variante mit vollem SDK und Rechenmodul. Wichtig: Ein Air oder Pro lässt sich nachträglich nicht zur EDU aufrüsten, die Fähigkeit steckt in der Hardware.
  • Industrie und Spitzenklasse: Der Unitree B2 (Basis rund USD 100’000) trägt über 40 kg und ist IP67-geschützt, der neuere A2 zielt auf Inspektion mit langer Laufzeit und Dual-Lidar. Die kommerziell reifste Plattform ist der Boston Dynamics Spot, gebaut für autonome Anlageninspektion.

Einen direkten Vergleich findest du unter Unitree Go2 vs. Boston Dynamics Spot und Unitree Go2, A2 und B2.

Was ein Roboterhund in der Schweiz kostet

Der Listenpreis ist nur die halbe Wahrheit. Weil viele Modelle importiert werden, zählt der Endpreis inklusive Einfuhr. Die gute Nachricht für die Schweiz:

  • Zoll: null. Die Schweiz hat die Industriezölle per 1.1.2024 abgeschafft, auch auf Roboter und unabhängig vom Herkunftsland, EU wie China. Ein Ursprungsnachweis ist nicht nötig, solange die Ware in der Schweiz bleibt (Quelle: SECO, Aufhebung Industriezölle).
  • Einfuhr-MwSt: 8,1 %. Der Normalsatz fällt auf den Warenwert plus Versand an. Erst wenn die Steuer 5 Franken oder weniger beträgt (rund CHF 62 Warenwert), entfällt sie, bei einem Roboter praktisch nie (Quelle: BAZG).
  • Verzollungsgebühr. Post oder Kurier verrechnen zusätzlich eine Vorlagegebühr, wenn Einfuhrsteuer anfällt.

Rechne deinen konkreten Fall mit dem CH-Import-Rechner durch. Kaufst du bei einem grossen Händler, der in der Schweiz für die MwSt registriert ist, weist er die Steuer direkt auf der Rechnung aus, und es kommt nichts mehr dazu.

Neu oder gebraucht?

Weil viele Geräte in Projekten nur wenige Monate laufen, ist der Occasionsmarkt interessant. Gebraucht sparst du deutlich, trägst aber das Zustandsrisiko. Die folgenden Punkte sind bei Quadrupeds besonders wichtig.

Konto-Entbindung: der wichtigste Punkt

Der Go2 wird beim ersten Einrichten über die Unitree-Go-App an ein Nutzerkonto gebunden. Der Verkäufer muss den Roboter vor der Übergabe entbinden (in der App unter Robot Settings, Switch Connection), sonst kannst du ihn nicht neu einrichten und stehst mit einem unbrauchbaren Gerät da. Lass dir die Entbindung vor dem Kauf zeigen oder bestehe auf einem gemeinsamen Reset.

Akku und Aktuatoren

Der Akku ist ein Verschleissteil; die Laufzeit sinkt mit Alter und Ladezyklen (der Go2-Standardakku hat 8’000 mAh, Laufzeit rund zwei bis vier Stunden je nach Nutzung). Die teuersten Teile sind die Gelenk-Aktuatoren, die bei Stürzen leiden. Achte auf Spiel, ungewöhnliche Geräusche, Überhitzung und Fehlermeldungen. Ein kurzer Probelauf (Aufstehen, Gehen, eine Treppe) deckt Aktuator- und Kalibrierprobleme auf.

Lidar, Beine, Software

Teste die Lidar-Funktion über einen Mapping-Lauf in der App. Prüfe Beine, Füsse und Gelenklager auf Risse, Verbiegungen und Reparaturspuren. Verifiziere die Variante eindeutig (Air, Pro oder EDU), der Funktionsumfang unterscheidet sich stark. Unsere allgemeine Occasion-Checkliste ergänzt diese Punkte.

Garantie und Ersatzteile

Weder Unitree noch Boston Dynamics haben einen bekannten Schweizer Werksservice; die Betreuung läuft über EU-Distributoren. Ob eine Restgarantie auf dich als Zweitkäufer übergeht, ist oft unklar. Kläre das vor dem Kauf schriftlich, ebenso die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Betrieb: was rechtlich zu bedenken ist

Für den reinen Privatgebrauch auf eigenem Grundstück sind keine besonderen Bewilligungen bekannt. Sobald der Roboter aber mit Kamera oder Lidar Personen aufnimmt, die identifizierbar sind, gilt das Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG, in Kraft seit 1.9.2023): Du brauchst eine Rechtfertigung, musst transparent sein und die Aufnahmen kurz halten. Der Betrieb im öffentlichen Verkehrsraum ist bewilligungspflichtig. Das ist keine Rechtsberatung; im Zweifel bei den Behörden abklären.

So gehst du vor

  1. Zweck festlegen: Hobby und Lernen, eigene Entwicklung (dann EDU) oder professionelle Inspektion?
  2. Klasse und Modell wählen: Vergleiche in der Roboterhunde-Übersicht.
  3. Endpreis rechnen: Bei Import den Import-Rechner nutzen.
  4. Occasion prüfen: Ein Suchabo meldet dir passende Inserate, sobald sie online gehen.
  5. Beim Kauf: Konto-Entbindung, Probelauf und Garantiefrage klären.

Mit diesem Vorgehen kaufst du kein Gerät, das dir zu Hause zum Briefbeschwerer wird, sondern einen Roboterhund, der zu deinem Zweck, deinem Budget und der Schweizer Realität passt.